Ortsgruppe Achertal - Aktuelle Berichte

 

Huber-See in Gamshurst als schwieriges Übungsobjekt

Hilfsorganisationen des "Runden Tischs" proben das Zusammenspiel

Polizisten kümmerten sich als Ersthelfer um Verletzte am Huber-See, Bergretter wurden im Rettungsboot zum Schwimmbagger gefahren und Feuerwehrleute sicherten auf einem großen Kieshaufen einen Verunglückten vor dem Verschütten.
Die Großübung der Hilfsorganisationen des „Runden Tisches“ am Huber-Baggersee in Gamshurst stellte die Einsatzkräfte vor einige Herausforderungen, zumal es von neugierigen Pressevertretern bis zu kollabierenden Tauchern einige spontane, aber durchaus realistische „Einspielungen“ in dem breit angelegte Übungsszenario von fast drei Stunden gab. Hierbei wurde bei allen geplanten und nicht geplanten Aufgaben an die Hilfsorganisationen wurde deutlich, dass die 25-jährige Erfolgsgeschichte des partnerschaftlichen Helfens weiter geht und das „Blaulicht-Modell Achern“ bestens funktioniert. „Für Achern ist es wichtig, die vielen Möglichkeiten der Hilfe zusammen zu bündeln und bestmöglich einzusetzen“, so Oberbürgermeister Klaus Muttach. In der Regel werde er bei gravierenden Schadensfällen in der Stadt informiert und sei dann auch vor Ort.
HP-IMG-20190417-WA0006
HP-IMG-20190417-WA0005
Bergretter auf der Fahrt zum Schwimmbagger im Rettungsboot
 
„An diesem See hat alles begonnen“, erinnerte sich der THW-Ortsbeauftragte Markus Harter, der einer der „Gründerväter“ einer damals einmaligen Kooperation ist. Die erste Großübung fand am 11. März 1996 mit Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) von Achern statt und alle wollten noch mehr von den anderen Organisationen erfahren und zum Schutz und zur Sicherheit der Bürger noch enger zusammen arbeiten. Schon bald wurde es ernst, denn es gab Großeinsätze wie die Brände in drei Acherner Möbelhäusern innerhalb von sechs Wochen, den verheerende Brand in den Hanfwerken oder so manches Hochwasser.
Nun stand erneut eine groß angelegte Übung auf dem Einsatzplan, die Marcus Lang leitete und Patrick Kopp (beide stellvertretende Kommandanten) mit den Leitern von Polizei (Guido Kühn), THW (Christian Bühler), DRK (Martin Stiebitz), Bergwacht Achertal (Roland Haas), Notfall-Krisen-Team (Annabell Koch) abstimmte. Vor Ort waren auch Oberbürgermeister Klaus Muttach, Kommandant Michael Wegel und Markus Neuberger von der neu gegründeten Arbeitsgruppe Sanitätsdienst Baden-Württemberg der Bundeswehr-Reservisten, die wie andere Verantwortliche von einer verschütteten Person bis zu einem versunkenen Fahrzeug eine Übung sahen, bei der sowohl spezifische Aufgabenbereiche als auch solche „Hand in Hand“ wie bei dem Taucheinsatz von DLRG und THW oder der Rettung von Verletzten auf dem Schwimmbagger durch Bergwacht und DRK. Kommunikation, Kooperation und Können standen an den vier Einsatzabschnitten mit 90 Hilfskräften im Mittelpunkt, jeder wusste was fachlich zu tun ist, wie angepackt werden muss und wenn sich plötzlich eine neue, heftige Situation wie eine schlimme Schnittverletzung oder ein Kollaps eines Helfers einstellten, musste reagiert werden.
HP-IMG-20190417-WA0007
HP-IMG-20190417-WA0011
Bergwacht und DRK im Einsatz auf dem Schwimmbagger
 
Sicherlich war manches nach einem Kupferdiebstahl, der Flucht der Täter und der Unglücksfahrt in den See einer gewissen „Übungskünstlichkeit“ geschuldet, doch es gab im praktischen Tun auch Dinge, die im Voraus nicht geübt werden können, die sich aus der Situation auf einem weitläufigen Gelände ergeben und die intern aufgearbeitet werden.
Ob ein Funkloch bei der Polizei die Ursache war, weshalb die Alarmierung über die Leitstelle zur Integrierten Leitstelle und weiter zur Feuerwehr erst etwas zeitversetzt lief, wird überprüft. Nach Auskunft von Guido Kühn, Leiter des Polizeireviers, musste in der Leitstelle gleichzeitig reale Polizeieinsätze bearbeitet werden und deshalb kam es wohl zu einer kleinen Verzögerung. Doch insgesamt ging die Übung reibungslos, routiniert und ruhig über die Bühne, vor allem fachlich versiert, wie die Bergung eines Fahrzeuges aus dem See oder die Rettung einer Person mit Wirbelsäulenverletzung vom Schwimmbagger über das DLRG-Boot bis zur Weiterversorgung an Land.
 

Text: Roland Spether
Bilder: Ralf Haas

 
Weitere Bilder, auch anderer Rettungsorganisationen und Übungsobjekten, auf facebook
 
 
 

Hauptversammlung der Ortsgruppe

Ehrung von verdienten Mitgliedern

Die Ortsgruppe Achertal der Bergwacht blickte am Freitagabend, 12. April 2019, im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Seebache auf ein intensives Jahr 2018 zurück. „Es begann mit einem Winterdienst, der sich aufgrund des langen Winters bis in den April hineinzog, und im Sommerdienst merken wir aufgrund des Nationalparks eine größere Besucherfrequenz“, eröffnete Vorsitzender Johannes Oster den Rückblick. Erfreut konnte er mitteilen, dass die Ortsgruppe derzeit verjüngt und vergrößert werde, elf Anwärter seien in Ausbildung. Nach wie vor bewegte den Vorsitzenden und die Ortsgruppe das Thema Skidoo. Anders als die Landesleitung, die ein Schneefahrzeug im Bereich Seibelseckle und Mummelsee nicht für notwendig hält und demgemäß die Anschaffung eines Skidoos finanziell nicht fördert, sieht die Ortsgruppe Achertal ihr Dienstgebiet als Einsatzschwerpunkt an, der einen Skidoo sinnvoll mache. Johannes Oster regte an, über den Bevölkerungsschutz zu einer Förderung zu kommen.
P1100970-1
Ralf Haas, Rupert Horn, Martin Bohnert, Johannes Oster und Theo Baich (von links)
 
Schriftführer Jens Faißt berichtete, dass vom 1. Januar bis zum 4. April an 26 Tagen insgesamt 851 Stunden Winterdienst geleistet wurden. Der Sommerdienst mit Wochenenddiensten und Einsätzen erforderte vom 9. April bis 15. Dezember 983 Dienststunden. Im Vergleich zu 2017 mit 1457 Stunden Dienst bilanzierte Faißt einen deutlichen Anstieg der Dienststunden. „Leider konnten von unseren 44 Mitgliedern nur noch 16 regulär Winter- und Sommerdienst leisten, so dass Verstärkung durch unseren Nachwuchs mehr als willkommen ist“, stellte Jens Faißt abschließend fest und ging noch auf die Ausbildungsaktivitäten der Ortsgruppe ein. Auch sie waren mit 971 Stunden umfangreich, der Vorstand tagte 14 Mal.
Bergrettungsdienstleiter Ralf Haas brachte die Einsätze 2018 auf den Punkt: „Unsere Ortsgruppe wurde 29 Mal zu Einsätzen und Hilfeleistungen alarmiert. Zehn Einsätze waren SEG-Einsätze (Schnelle-Einsatz-Gruppe), neun Mal hatten wir einen Abtransport zu leisten. Haas lobte die Zusammenarbeit mit den Nachbarortsgruppen und bezeichnete auch die Treffen und den Austausch mit den Hilfsorganisationen wie DLRG und THW Achern als sehr fruchtbar.
Naturschutzwart Theo Blaich berichtete über die Teilnahme am Hornisgrinde-Pflegetag, über Naturschutzstreifen und eine Naturschutzwanderung sowie über eine Fortbildung für Naturschutzwarte. Das Thema Wolf bezeichnete er als Naturschutzthema Nr. 1 im Land und teilte mit, dass der Nationalpark sein Wegekonzept umgesetzt habe.
Aus der Jugendbergwacht berichtete Johannes Oster, dass sich aktuell acht Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren regelmäßig treffen, Natur erkunden, Erste Hilfe-Situationen üben und Seilknoten und Umgang mit dem Rettungsseil erlernen. Neben Highlights wie Skifahren mit Akia, Nachtwanderung und Zeltlager wurden Wiederbelebung an einer Puppe geübt und ein Einsatz nachgestellt.
Rupert Horn gab einen positiven Kassenbericht, teilte aber auch mit, dass er ohne Spenden und Zuwendungen aus der Bevölkerung negativ ausgefallen wäre.
MGV19Ehrung_ Bruno_Schmälzle
Der Stellvertretende Landesvorsitzende Dieter Burkhardt (mitte) und Vorsitzender Johannes Oster ehrten Bruno Schmälzle für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Bergwachtortsgruppe Achertal
 
Bei den Ehrungen wurde Dr. Martin Antoni für seine vielfältigen Aktivitäten in 30 Jahren sowohl als Arzt wie auch als Mitglied gedankt, Bruno Schmälzle wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Bergwacht geehrt. Der stellvertretende Landesvorsitzende Dieter Burkhardt nahm die Ehrung vor und sprach ein Grußwort. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Reinhard Schmälzle aus Seebach, Bürgermeisterstellvertreter Bernd Bäuerle aus Ottenhöfen und Vertreter der Ortgruppen Obertal und Karlsruhe.
 

Text: Berthold Gallinat
Bilder: Berthold Gallinat und Werner Schnurr

 
 
 
 
 
 
Ältere Berichte
Berichte aus 2018
Berichte aus 2017
Berichte aus 2016
Berichte aus 2015
Berichte aus 2014
Berichte aus 2012
Berichte aus 2011
Berichte aus 2010
Altberichte